
Kardinal de Rohan
(1735 - 1803)


Prince Louis René Edouard de Rohan-Guéméné, Kardinal Erzbischof, wurde am 25.09.1735 in Paris geboren.
Nach der Priesterausbildung wurde er zum Bischof und 1759 zum Koadjutor seines Onkels, dem Erzbischof.
Von 1772 bis 1774 war Rohan Botschafter in Wien, verscherzte es sich jedoch mit Kaiserin Maria Theresia und vor allem mit deren Tochter Marie Antoinette, Dauphine von Frankreich, als er herablässige Bemerkungen über die Kaiserin äußerte.
Im Jahre 1774 bestiegen Louis XVI. und Marie Antoinette den französischen Thron und die junge Königin versuchte alles, um den verhassten Rohan am Aufstieg bei Hofe zu hindern, was wiederum an der Ehre Rohans kratzte, der die Gunst der Königin zurück zu gewinnen versuchte.
1777 wurde Rohan Großalmosenier (Grand Aumônier de France) und Hofprediger von Versailles, 1778 wurde er vom Papst zum Kardinal ernannt und bereits am 11.10.1779 übernahm er das Amt des Erzbischofs von Straßburg.
Im Jahr 1781 stellte ihm die Marquise de Boulainvilliers die Comtesse de la Motte vor, die seit 1782 seine Geliebte war.
Von Jeanne wurde der Kardinal jedoch lediglich als Geldquelle benutzt - der Kardinal war immerhin einer der reichsten Männer Frankreichs und obendrein naiv genug, um auf die Comtesse de la Motte reinzufallen.
Jeanne, die dem Kardinal erzählte, welche Freundschaft sie mit der Königin Marie Antoinette verband, zog den Kardinal in den größten Betrugsfall des 18. Jahrhunderts hinein: die Halsbandaffäre.
Um den Kardinal gefügig zu machen, täuschte Jeanne einen geheimen Briefwechsel zwischen diesem und der Königin vor. Sie bediente sich hier ihres Freundes Rétaux de Villette.
Zudem organisierte Jeanne für den 11.08.1784 ein geheimes Treffen des Kardinals mit der Königin im Versailler Park. Die Prostituierte Nicole d'Oliva wurde aufgrund ihrer Ähnlichkeit als falsche Königin engagiert.
Rohan, blind vor Bewunderung für die Königin, ließ sich täuschen.

1785 gelang es Jeanne, den Kardinal für eine ungeheure Bürgschaft zu gewinnen: das teuerste Collier der Welt (1,6 Mio Livres) fand keinen Abnehmer und so plante Jeanne, dass die nichtsahnende Königin dieses Collier besitzen möchte, sie, Jeanne, die Vermittlerin sei und der Kardinal für die Zahlung des hohen Kaufpreises bürgen solle.
Kardinal de Rohan, immernoch voller Leidenschaft für die Königin, sagte zu... und so wurde ein (wieder gefälschter) Vertrag zwischen der Königin, dem Kardinal und den Juwelieren geschlossen und am 01.02.1785 übergab man Jeanne das kostbare Collier.
Die Königin, die von alledem nichts wusste, bekam weder diesen Vertrag, noch das Collier zu Gesicht - Jeanne ließ das Collier von ihrem Mann Nicolas de la Motte außer Landes schaffen.
Der Betrug flog letztendlich auf, als die Ratenzahlung ausblieb und sich die Juweliere hilfesuchend direkt an die Königsfamilie wandten.
Kardinal de Rohan wurde daraufhin am 15.08.1785 verhaftet, die anderen Beteiligten am 18.08.1785.
Im anschließenden Prozess, der sich bis Mai 1786 zog, wurde der Kardinal schließlich am 31.05.1786 für unschuldig erklärt.
Jedoch verlor er alle Staatsämter und musste sich auf seine Klöster zurückziehen.
1790 verließ de Rohan Frankreich als Revolutionsgegner und ließ sich in Ettenheim nieder, wo er am 17.02.1803 hochverschuldet an den Folgen einer schlimmen Grippe verstarb.

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