1793-01-20 Louis XVI.

Zeitgenössische Dokumente
20.01.1793
Bittschrift Louis' XVI an den Nationalkonvent



Am 20.01.1793 wurde König Louis XVI zum Tode verurteilt. Die Vollstreckung der Strafe wurde bereits für den daraffolgenden Tag, den 21.01.1793, angesetzt.
Um sich in Ruhe von seiner Familie verabschieden zu können, bat der König in einer Bittschrift um einen Aufschub der Hinrichtung um 3 Tage - dieser Wunsch wurde ihm jedoch versagt.



Text der Bittschrift:


"20 Janvier 1793

Je demande un délai de trois jours pour pouvoir me préparer à paraître devant la présence de Dieu. Je demande pour cela de pouvoir voir librement la personne que j'indiquerai aux commissaires de la Commune, et que cette personne soit à l'abri de toutte inquiétude et de toutte crainte pour cet acte de charité qu'elle remplira auprès de moi. Je demande d'estre délivré de la surveillance perpétuelle que le Conseil Général a établi depuis quelques jours.

Je demande dans cet intervalle à pouvoir voir ma famille quand je le demanderai et sans témoins. Je désirerois bien que la Convention Nationale s'occupat tout de suite du sort de ma famille, et qu'elle lui permit de se retirer librement et convenablement où elle le juge utile à propos.

Je recommende à la bienfaisance de la Nation toutes les personnes qui m'étoient attachés, il y en a beaucoup qui avoient mis toutes leur fortune dans leurs charges, et qui n'aient plus d'appointements doivent estre dans le besoin, et mesme de celles qui ne vivoient que de leurs appointements. Dans les pensionnaires il y a beaucoup de vieillards de femmes et d'enfants qui n'avoient que cela pour vivre.

À la Cour du Temple le 20 janvier 1793.

Signé: LOUIS"



deutsche Übersetzung:


"Ich beantrage einen Aufschub von 3 Tagen, um mich vorbereiten zu können, vor Gott zu erscheinen; ich fordere also, dass ich den Mann, den ich den Kommissaren der Kommune nennen werde, allein sprechen darf und dass dieser Mann um dieses Aktes der Barmherzigkeit willen, den er an mir üben wird, nichts zu befürchten und irgend zu befahren habe. Ich fordere, von der unaufhörlichen Bewachung befreit zu werden, die der Generalrat seit einigen Tagen eingeführt hat.

Ich fordere, in dieser Zeit meine Familie sehen zu dürfen, wann immer ich nach ihr verlange, und ohne Zeugen. Ich würde mir wünschen, dass sich der Nationalkonvent unverzüglich mit dem Schicksal meiner Familie beschäftigte, und dass er ihr gestatte, sich frei und schicklich dahin zurückzuziehen, wo sie es für gut hält.

Ich empfehle alle Personen, die mir anhänglich waren, dem Wohlwollen der Nation; es sind ihrer viele, die ihr ganzes Vermögen in den Diensten, die sie erwiesen, verbraucht haben, und die, da sie keine Gehälter haben, in Not sein müssen, und dasselbe gilt von denen, die nur von ihren Gehältern lebten; unter den Pensionären gibt es viele Greise, Frauen und Kinder, die nichts anders zum Leben hatten.

Im Hof des Temple, am 20. Januar 1793.

unterzeichnet: Louis"


 



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