1-13-2-12 Maria Antonietta

Maria Antonietta des Deux-Siciles

(14.12.1784 - 21.05.1806)



Prinzessin Maria Antonia Theresia von Neapel-Sizilien kam am 14.12.1784 im Palast von Caserta als Tochter von 
König Ferdinand I. von Neapel-Sizilien und Königin Maria Karolina zur Welt.
Die kleine Prinzessin wurde nach ihrer Tante 
Königin Marie Antoinette von Frankreich, der Lieblingsschwester ihrer Mutter, benannt.

Maria Antonia war ein hübsches, intelligentes Kind. Bereits im Alter von 17 Jahren beherrschte sie mehrere Sprachen. Zeitzeugen beschreiben sie als würdige Enkelin der Kaiserin Maria Theresia von Österreich, die sowohl deren Charakter, als auch deren Tugenden geerbt zu haben schien.

Maria Antonia wurde am 04.10.1802 in Barcelona mit dem Prinzen Ferdinand von Asturien (14.10.1784-29.09.1833), dem späteren König Ferdinand VII. von Spanien, vermählt, während ihr Bruder Francesco I. Gennaro im selben Jahr (am 06.07.1802) mit Ferdinands Schwester Maria Isabel von Spanien verheiratet wurde.

Maria Antonietta (1805/06, Vicente López Portaña)

Aus den Briefen Maria Antonias an ihre Mutter geht hervor, dass die junge Frau von ihrem Gatten sehr enttäuscht war. Dieser sei hässlich und obendrein schlecht erzogen.
Zudem wurde sie von ihrer Schwiegermutter, der Königin Maria Luisa von Spanien (1751-1819), Enkelin des Königs Louis XV. von Frankreich, gehasst. Maria Luisa verabscheute ebenso Maria Antonias Mutter.
Der Hass, den Königin Maria Luisa für die arme Maria Antonia empfand, ist durch zahlreiche Briefe belegt, in denen die Königin ihre Schwiegertochter als "Speichel der Mutter", als "Giftschlange" oder als "Tier, gefüllt mit Galle und Gift, anstelle von Blut" bezeichnete. Sie führte Maria Antonia, um ihr Angst zu machen, eines Tages hinab in die dunkle Königsgruft, damit diese schonmal sehen kann, wo sie eines Tages ruhen werde.

Maria Antonietta (links im orange-farbenem Kleid) mit der spanischen Königsfamilie, kurz nach ihrer Hochzeit mit Prinz Ferdinand von Asturien (1802, Vicente López)

Trotz alledem gewann die gutherzige Maria Antonia nach und nach Einfluss auf ihren trägen Ehemann - es heißt, die beiden standen sich letztlich sogar richtig nahe - und schloss sich der Oppositionspartei gegen Königin Maria Luisa an.

Das sich doch noch einstellende eheliche Glück währte allerdings nicht lange: 1806 erkrankte die eh schon gesundheitlich geschwächte Prinzessin an Tuberkulose und starb schließlich am 21.05.1806 an den Folgen.
Gerüchten zufolge sei Maria Antonia von ihrer boshaften Schwiegermutter vergiftet worden - Maria Karolina, Maria Antonias Mutter, war in ihrem großen Kummer überzeugt, dass es sich hierbei nicht nur um Gerüchte handelte.

Maria Antoniettas Ehemann Ferdinand von Asturien (später Ferdinand VII. von Spanien) (1814, Francisco de Goya) Maria Antoniettas Schwiegermutter Maria Luisa von Parma (1765, Anton Raphael Mengs)

Aus der Ehe mit Ferdinand entstammten keine Kinder - zwei Schwangerschaften in 1804 und 1805 endeten mit Fehlgeburten.

Prinz Ferdinand von Asturien bestieg 1814 den spanischen Thron als König Ferdinand VII. Er vermählte sich in der Folgezeit noch weitere drei Male (1816, 1819 und 1829), jedoch ohne einen männlichen Erben zu bekommen:
Aus der zweiten und dritten Ehe gingen keine Kinder hervor, die das Kindesalter überstanden.
Der vierten Ehe (mit Maria Antonias Nichte Maria Christina) entstammten lediglich zwei Mädchen, von denen jedoch die Älteste als Isabella II. dem Vater auf den Thron folgte.




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