1-04-2 Gattin2 Maria Josepha

Maria Josepha von Bayern
Kaiserin des HRR

(30.03.1739 - 28.05.1767)

 



Maria Josepha Antonia Walburga Felizitas Regula, Prinzessin von Bayern und Böhmen, kam am 30. März 1739 in München als Tochter von Kurfürst Karl Albrecht von Bayern (1697-1745) und Kurfürstin Maria Amalia von Österreich (1701-1756) zur Welt.

  
links: Maria Josephas Vater 1742 (1766, Georges Desmarées)
rechts: Maria Josephas Mutter (unbekannter Künstler)

Ihr Vater war von 1742 bis zu seinem Tod in 1745 als Karl VII. Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation (HRR). Ihre Mutter war eine Tochter von Kaiser Joseph I. des HRR (1678-1711).

 
(unbekannter Künstler)

Mit fast 26 Jahren wurde Maria Josepha mit dem zwei Jahre jüngeren Erzherzog Joseph von Habsburg-Lothringen (1741-1790) vermählt. Joseph war der älteste Sohn des Kaiserpaares Franz I. Stephan und Maria Theresia und der Thronfolger des habsburgischen Reiches. 1764 war er zum römisch-deutschen König gekrönt worden. Seinem Vater würde er einst auf Kaiserthron folgen.

Erzherzog Joseph hatte im November 1763 seine geliebte Gemahlin Isabella von Bourbon-Parma durch die Pocken verloren und litt Zeit seines Lebens unter diesem Verlust.
Aus dynastischen Gründen verlangte die Kaiserin von ihrem Kronprinzen, sich ein zweites Mal zu verheiraten. Die Wahl fiel auf seine Cousine 2. Grades.

Die Hochzeit per procurationem fand am 13.01.1765 in München statt, die eigentliche Hochzeit in persona am 23.01.1765 in Schönbrunn.

 
(1765, Martin van Meytens)

Die Ehe der beiden war äußerst unglücklich; Maria Josepha wurde von ihrem Gatten missachtet. Er empfand sie als "kleine und dicke Gestalt" mit "hässlichen Zähnen". Dennoch würdigte er sie als eine "vorwurfsfreie Frau", die er wegen ihrer guten Eigenschaften schätze. Sein Verhalten dieser "geschätzten" Gemahlin gegenüber war jedoch alles andere als würdevoll: er mied das gemeinsame Schlafzimmer und organisierte gar eine Trennung des gemeinsamen Balkons in Schönbrunn, um die arme Maria Josepha nicht sehen zu müssen.
Die Ehe wurde offenbar nie vollzogen und blieb daher kinderlos.

 
(1765, Martin van Meytens)

Als am 18.08.1765 Kaiser Franz I. Stephan überraschend starb, folgte ihm Maria Josephas Gemahl als Joseph II. auf den Kaiserthron. Maria Josepha selbst war nun faktisch "Kaiserin", wenngleich ihre Schwiegermutter Maria Theresia weiterhin die Herrin im Habsburg blieb.

 
(unbekannter Künstler)

Maria Josepha erkrankte 1767 an den Pocken und erlitt damit dasselbe Schicksal wie ihre Vorgängerin, Isabella von Parma.
Während ihr Ehemann sie nicht ein einziges Mal während ihrer Erkrankung besuchte, kümmerte sich Maria Theresia um die arme Schwiegertochter. Die Kaiserin steckte sich dabei selbst mit den Pocken an, überstand die Krankheit jedoch.
Maria Josepha starb an den Folgen der Pocken am 28. Mai 1767.
Sie wurde in der Kapuzinergruft in Wien bestattet. Kaiser Joseph II. nahm nicht an der Beisetzung seiner Gemahlin teil.

 


zum MarieAntoinette-Forum


rechtlicher Hinweis:
Texte (Copyright) © MariaAntonia 2008-2017

Nach oben